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Die größte Müllkippe der Welt

Aktualisiert: 8. Aug 2019


Jedes in den letzten 50 Jahren produzierte Plastikstück, welches in den Ozean gelangte, ist heute noch da.


Eine der größten Bedrohungen für die Meere ist die Belastung durch Plastikabfälle. In den letzten 100 Jahren hat das hoch gelobte Material unseren Planeten irreversibel verändert. Jedes in den letzten 50 Jahren produzierte Plastikstück welches in den Ozean gelangte, ist immer noch irgendwo dort.


Mehr als zehn Millionen Tonnen Abfälle gelangen jährlich in die Ozeane. Davon bestehen ca. 75 Prozent aus Kunststoff. Laut des Umweltprogramms der Vereinten Nationen treiben inzwischen auf jedem Quadratkilometer der Meeresoberfläche bis zu 18.000 Plastikteile. Dabei sehen wir nur die Spitze des Eisbergs. 90 Prozent der Abfälle sinken auf den Meeresboden und sind vor uns visuell Menschen verborgen.


Plastik im Meer ist nahezu unvergänglich, langsam zersetzt es sich durch die Sonneneinstrahlung und das Salzwasser und gibt nach und nach kleinere Bruchstücke an die Umgebung ab. Dabei wird ein immer höherer Feinheitsgrad bis hin zur Pulverisierung erreicht. Bei einem hohen Feinheitsgrad wird das Plastikpulver von verschiedenen Meeresbewohnern sowie unter anderem auch von Plankton statt oder auch mit der Nahrung aufgenommen. Angefangen beim Plankton steigen die Plastikpartikel, an denen ggf. auch giftige und krebserregende Chemikalien anhaften können, in der Nahrungskette immer weiter auf. So landet der Plastikmüll, mitsamt der Giftstoffe auch in für den menschlichen Verzehr bestimmten Lebensmittel. Nicht nur Plankton nimmt diesen Plastikmüll auf, sondern auch Meeressäuger und Meeresvögel. 135.000 Meeressäuger und eine Millionen Meeresvögel sterben jedes Jahr an den Überbleibseln unserer Wegwerfgesellschaft. Die Tiere verhungern mit vollen Mägen, da Plastik den Verdauungstrakt verstopft, Wale und Delfine, aber auch Schildkröten, verfangen sich in alten Fischernetzen, ertrinken oder erleiden schwere Verletzungen bei Befreiungsversuchen.

Besonders fallen die gigantischen Müllstrudel auf, die riesige Müllteppiche ansammeln. Der „Great Pacific Garbage Patch“ ist der bekannteste von ihnen und hat mittlerweile die Größe von Mitteleuropa erreicht.

Doch nicht nur physisch beinträchtigen die durch den Zersetzungsprozess freigesetzten Inhaltsstoffe die Tiere. Durch die Anreicherung in der Nahrung, wird das Erbgut und der Hormonhaushalt nachhaltig beeinflusst.


Schon einfache Maßnahmen im Alltag können den Ozeanen helfen, nicht zu einem Plastikendlager zu werden. Einkaufen mit Rucksack oder Stofftasche, Müll trennen, unnötiges Plastik, wie To-Go Becher vermeiden oder einfach mal Müll aufräumen, sind nur einige Möglichkeiten den Ozeanen zu helfen.

Wer darüber hinaus noch etwas Gutes für die Umwelt tun möchte, kann Naturprodukte statt Kunstfaserprodukte kaufen und bei der Kosmetik auf die Inhaltsstoffe achten und Plastik im Produkt vermeiden.